Eine Buddhistische Ordination ist der Eintritt ins klösterliche Leben und für die gläubigen Buddhisten ein bedeutendes Ereignis.
Der Buddhismus durchdringt das thailändische Leben und die thailändische Kultur – schätzungsweise 90% der Bevölkerung sind diesem Glauben verschrieben.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen ordinierten Mönchen und Novizen. Letztere sind Jungen, die in Klöstern und Tempeln in ganz Thailand leben und oft dort aufwachsen, um ihr Leben dem Glauben zu widmen. Für die überwiegende Mehrheit der jungen Männer in Thailand ist dies nur vorübergehend; sie lassen sich kurzfristig ordinieren, für einen Zeitraum zwischen einer Woche und drei Monaten.
Auf festlich geschmückten Pickups werden die 2 jungen Männer zum Wat gefahren.
Für die meisten Verwandten, Nachbarn, Freunde, Kollegen ist dies ein Anlass, um sich mit dem jungen Mann solidarisch zu zeigen – und natürlich auch, um ein Fest zu feiern. Es wird getanzt, gesungen und natürlich auch ein wenig getrunken
 
Dass bei diesem Umzug vom Haus des jungen Mannes bis zum Wat der Lautsprecherwagen nicht fehlen darf, ist selbstverständlich. Obenauf sitzen die Musiker und spielen nach bester Isaantradition: sehr laut und vor allem pausenlos!
Vor kurzer Zeit  hatte dieser junge Mann noch volles, mittellanges, schwarzes Haar, stilbewusst zur Seite geföhnt. Nun ist er kahlgeschoren. Jeder Gast durfte ihm zuvor eine Haarsträhne abschneiden, feierlich wurde alles fotografisch festgehalten.
Dass junge Männer zum Mönch gemacht und somit in den Orden aufgenommen werden, ist in Thailand nichts Aussergewöhnliches.
 
Hier empfangen die drei angehenden Mönche den Segen des Abtes.
Bei einer Ordination sind immer sämtliche Mönche des Wat anwesend
 
Bei bestimmten Zeremonien, auch bei Ordinationen im Wat, verbindet ein "Glücksfaden" die Besucher mit Mönchen oder mit Buddha-Statuen. Den "sai sin" kann man sich auch von einem Mönch ums Handgelenk binden lassen, damit man das Glück immer bei sich trägt...! Ein schöner, typisch thailändischer Brauch
Da der Wat für die vielen Teilnehmer nicht genügend Platz hat, verfolgen zahlreiche Leute die Zeremonie draussen und warten vor dem Wat auf das Erscheinen der Jungmönche.
Ein Mönch zu werden, wird in der thailändischen Gesellschaft oft als Übergangsritus angesehen, wobei viele die Ordinierten höher schätzen. Das Annehmen des Tuches stellt sicher, dass ein Mann den Respekt der Familie einer zukünftigen Frau gewinnt; es kann für  seine Aufnahme in Familien- und Gemeinschaftskreisen wichtig sein.
Thailändische Männer können in jedem Stadium ihres Lebens in ein Kloster eintreten. Dies vor der Ehe zu tun, wird jedoch oft als Zeichen dafür angesehen, dass ein Mann ein hingebungsvoller und nachdenklicher Ehemann sein wird, der in der Lage ist, seine Frau auf den richtigen Weg zu führen. Manchmal lehnen es Frauen sogar ab, einen nicht ordinierten Mann zu heiraten; sie halten diejenigen, die eine Zeit als Mönch verbracht haben, für "reif".
Die Jungmönche zeigen sich vor dem Wat mit ihren nächsten Angehörigen.
 
Während das Demonstrieren ihrer Hingabe ein wichtiger Aspekt beim Annehmen des Tuches ist, gibt es andere, alltäglichere Gründe, die ins Spiel kommen.
Buddhistische Mönche müssen zölibatär sein, mit einem strengen Verbot, Frauen zu berühren. In der thailändischen Gesellschaft wird dies gemeinhin als absolutes Verbot jeglichen physischen Kontakts zwischen einem Mönch und einer Frau interpretiert.