Pre Rup Siem Reap
Mit Roger Valkenbourghs im Pyramidentempel Pre Rup
 
Pre Rup ist von Touristen nicht überlaufen und gut geeignet, um sich auf grössere oder detailreichere Tempel einzustimmen. Der Blick von der obersten Pyramidenstufe ins Umland gilt zu Recht als besonders schön: Die Sonne geht hinter Reisfeldern, Wasserbüffelweiden und dem Dschungel unter.
Der Shiva geweihte Pyramidentempel Pre Rup, nahe der Stadt Siem Reap gelegen, ist der bedeutendste Angkortempel des 10. Jahrhunderts und wird trotzdem von wenigen Touristen besucht.
 
Hier ausnahmsweise eine Gruppe Japaner im Anmarsch
Pre Rup, ein Meisterwerk von Kavindravimathana, dem Architekten von Rajendravarman II, gehört zu den wichtigsten Tempelbergen.
 
Pre Rup steht auf einem künstlichen Hügel aus Laterit und wurde 961 oder Anfang 962 geweiht
 
 Mit seinem quadratischen Grundriss, seiner Pyramidenform und seinen fünf Türmen soll er den Weltberg Mehru darstellen.
Pre Rup ist architektonisch und künstlerisch von grossem Interesse. Die Kunst dieser Ära heisst Pre-Rup-Stil. Es markiert den Übergang von der vorklassischen zur klassischen Periode der Angkor-Kunst.
 
Der Tempel besteht aus zwei Terrassen. Auf der zweiten erhebt sich eine dreistufige Pyramide aus Laterit und eine Reihe von drei Mauern, von denen nur zwei erhalten geblieben sind.
 
Der äussere Mauerring aus Laterit misst 120 x 130 Meter und grenzt direkt an den Wassergraben
Auf der dreistufigen Pyramide erheben sich fünf Prasat genannte Türme, im Quincunx angeordnet, also wie die fünf Punkte auf einer Würfelfläche.
 
Die Baumaterialien, von unten nach oben, sind Laterit, Sandstein und Backstein.
Asiatische Wächterlöwen – Das Symbol von Schutz & Frieden
 
In der Vergangenheit wurden asiatische Tempellöwen bzw. Wächterlöwen nicht nur vor dem Kaiserpalast oder Tempeln, sondern auch vor den Haustüren höhergestellter oder mächtiger Persönlichkeiten paarweise aufgestellt. Die Anzahl der Locken in der Löwenmähne stellte den Rang der Bewohner dar. Da das Löwenpaar für Yin und Yang steht, nahm der Löwe seinen Platz auf der rechten Seite (Yang) ein. Die Löwin (Yin) erhielt traditionell den Platz links neben ihm. Der Löwe, meist ausgestattet mit einer Kugel unter seiner rechten Pranke, die für Einheit, Kraft und Macht steht.
Weitere Elemente sind insbesondere fünf Ziegeltürme und eine Kette von Hallen auf der unteren Terrassenstufe, zwei so genannte Bibliotheken und weitere Bauten auf der oberen Terrassenstufe sowie zwölf kleinere Türme auf der untersten Pyramidenstufe.
Aus den vier Haupthimmelsrichtungen erblickt man die vier Seiten der Anlage und steigt jeweils mittig über mit Absätzen versehene Treppen auf den zentralen, deutlich erhöhten Turm zu. Diese Architektur symbolisiert in ihrer Ausrichtung Harmonie mit Erde und Himmel, in ihrem Aufbau den ins Zentrum und nach oben führenden Weg zu den Göttern, die auf dem Berg Meru wohnen.
Weitere Elemente sind insbesondere fünf Ziegeltürme und eine Kette von Hallen auf der unteren Terrassenstufe, zwei so genannte Bibliotheken und weitere Bauten auf der oberen Terrassenstufe sowie zwölf kleinere Türme auf der untersten Pyramidenstufe.
Pre Rup ist wegen seiner stimmigen und stilbildenden Architektur bedeutend, nicht wegen seines Bauschmucks. Die Qualität der Sandsteinreliefs und der wenigen erhaltenen Stuckarbeiten an den Türmen ist jedoch durchweg beachtlich. Die Ecken des zentralen Turms und der Osttürme sind mit männlichen, die Ecken der Westtürme mit weiblichen Wächterfiguren versehen. Der Südwestturm zeigt Brahmi, das weibliche Prinzip Brahmas (vier Köpfe, vier Arme), und Varahi, eine weibliche Inkarnation Vishnus (Wildschweinkopf).
Die vier axialen Eingangspavillons mit Gopuram, zwei Annexen und Vorbauten, haben einen kreuzförmigen Grundriss
Es ist umstritten, ob Pre Rup ein Staatstempel wie die älteren Pyramiden wie Bakong in Roluos und Bakheng in Angkor oder “nur” ein Grabtempel war. Das frühere East-Mebon war bereits ein Staatstempel als Hauptsymbol des offiziellen Staatskults. Das in Pre Rup verehrte Linga (Symbol der Hindu-Gottheit Shiva) heisst Rajendrabhadreshvara. “Rajendreshvara” kombiniert den Namen des Königs mit “Ishvara”, Shiva als “Herr der Welt”.
 
„Die Khmer-Kunst, die in ihrer Höflichkeit, Verfeinerung und Freude fasziniert und für alle Lebensformen offen ist, wird nach dem Bild des Landes und seiner Bewohner geschaffen. Dennoch sind unter den Künsten des Fernen Ostens nur wenige dem westlichen Temperament so zugänglich. Seine tiefe Schönheit beeindruckt den Geist und die Sensibilität, ohne dass zuvor ein Studium erforderlich ist. Seine Nüchternheit, sein Schrecken vor Exzessen und sein Sinn für Gleichgewicht und Harmonie ermöglichen es ihm, universellen Wert zu erlangen. “ So schrieb Madeleine Giteau, das angesehene Mitglied der École française d’Extrême-Orient, in der Einleitung zu ihrem Buch Les Khmers im Jahr 1965
Wie der östliche Mebon scheint auch der Pre Rup eine Doppelfunktion gehabt zu haben:
 
Die Architektur weist ihn als Tempelberg, mir schützenden Lingam für das Königreich aus, da jedoch die Ecktempel Verwandten des Königs geweiht sind ,dient er auch als Schrein für die Ahnen
 
Ganz sicher wollte König Rajendravarman ihn als Mausoleum nutzen. Davon ausgehend könnte der Devaraja-Tempel für den lebenden Gottkönig später auch als sein Grab gedient haben.
Der junge Khmer Tuk-Tukfahrer konnte sich in der Zwischenzeit vom Stress auf Siem Reaps Strassen erholen
 
Fotos by Roger Falkenbourghs